Endlich destilliertes Wasser

Die Woche begann mit einem Gang zum Labor (24.08.). Ich hatte bereits von den Problemen während der Wandertour in Atwia berichtet. Matthias schien es jedoch wesentlich schlechter zu gehen. Begleitet hat uns Lorenz, einer neuer Praktikant, der in Dresden studiert. Für uns beide sollte später gelten: keine Malaria. Ich konnte mit dem Ergebnis besser leben, da ich mich wieder recht gut gefühlt habe. Da es Matthias jedoch weiterhin schlecht ging, hat er sich zum Entspannen zurück ins Hostel begeben. Leider mussten wir bei der Ankunft feststellen, dass die Suche nach dem heiligen Gral (destilliertes Wasser) weiterhin andauert. Wir haben bereits letzte Woche in Auftrag gegeben, dass wir neues Wasser für die Versuche benötigen. Diese Sache sollte uns in der Woche noch mehrmals beschäftigen.

Da sonst leider nicht viel zu tun und unserer Betreuer weiterhin auf Dienstreise war, habe ich Lorenz kurz die Projekte vorgestellt, mit denen sich das TCC beschäftigt. Nachher haben wir uns noch etwas als Grafiker verdingt und einen Briefumschlag für das TCC „designt“. Da es Obeds Wunsch war und wie gesagt sonst leider keine weiteren sinnvollen Aufgaben zu erledigen waren, haben wir uns der Sache mal angenommen.

Das Endergebnis

Das Endergebnis

Auch am Dienstag (25.08.) war wieder – wie befürchtet – kein destilliertes Wasser vorhanden. Die Bezahlung war wohl weiterhin unklar. Erschwerend kam hinzu, dass das Chemieinstitut wohl oft keinen Strom hatte. Das machte das Füllen unseres Kanisters natürlich schwer, wobei wir für die Versuche nie im Leben 25 Liter sondern allenfalls 1 Liter benötigt hätten. Naja – manchmal werden die Hinweise hier einfach nicht wahrgenommen… TIG. Verwunderlich war zudem, warum ein Chemieinstitut so wenig dest. Wasser vorrätig hat, da dies hier eigentlich wie Sand am mehr benötigt wird. Ich schiebe es mal auf die Semesterferien. Zumindest konnten wir an diesem Tag ins „Suame Magazine“ fahren und dort im Workshop des TCC zwei weitere Proben holen. Das Suame Magazine ist ähnlich dem Zentralmarkt eine Art Viertel, in dem sämtliche technische Teile und Dienstleistungen erworben werden können. Überall findet man ausgeschlachtete Autos und Ersatzteilhändler. Entsprechend der ghanaischen Arbeitsweise ist es natürlich auch sehr dreckig. Öllachen sind quasi überall zu finden – die Belastung des Bodens dürfte demnach hoch sein.

Werkstatt des TCC im Suame Magazine

Werkstatt des TCC im Suame Magazine (Bild von Lorenz)

Im Anschluss sind wir noch ins „Wood Village“ gefahren. Dabei handelt sich es um eine Art Industriekomplex, sprich eine Ansammlung mehrerer Lagerhallen, in denen ausschließlich Holz verarbeitet wird. Überall sieht man Sägen und Haufen von Spänen. Leider kommt der Arbeitsschutz auch hier etwas kurz. Aber zumindest manche Arbeiter tragen festes Schuhwerk und Staubmasken. Am Abend haben wir dann noch Lisa, Johannes, Benjamin und Fabian mit einem Abschiedsgetränk verabschiedet, da alle Kumasi am nächsten Tag verlassen wollten.

Wood Village

Wood Village (Bild von Lorenz)

Natürlich war auch am Mittwoch (26.08.) immer noch kein dest. Wasser da! Da ich bereits vorher mit Obed darüber gesprochen habe, mir einige typisch ghanaische Sachen schneidern zu lassen, hat Obed mir angeboten, mich zum Schneider seines Vertrauens zu führen. Im Endeffekt habe ich mich für zwei Hemden und eine Shorts entschieden. Ich bin gespannt, was rauskommt. In weniger als einer Woche sollte alles fertig sein. Handeln musste ich nicht wirklich viel. Alles zusammen kostet 120 Cedi, was nach derzeitigem Kurs 24€ entspricht. Vorbehaltlich der Qualität ist das aus meiner Sicht mehr als vertretbar, wenn man bedenkt, dass er die Stoffe kauft und alles von Hand gemacht wird. Nach dem Mittagessen konnten wir ENDLICH die ersten Versuche machen, da nun unser lang ersehntes Wasser vorhanden war. Zum Mittag gab es übrigens „Kotomre“ (so wurde mir die Schreibweise erklärt; im Netz findet man es als Kontomire oder Palava Sauce) mit gekochter Yam. Ihr erinnert euch vielleicht an die Riesenportion, an deren Namen ich mich nicht genau erinnern konnte. Dabei handelte es sich um Kotomre. Dazu wird offensichtlich immer gekochte Plantain serviert, weshalb die Portion wieder viel zu groß war. Die Yam fungierte quasi als zweite Sättigungsbeilage. Für besonders Interessierte habe ich mal was rausgesucht: http://mywekutastes.com/kontomire-stew-palaver-sauce-and-yam/.

Kotomre mit gekochter Yam (und auch etwas Eggplant, um ehrlich zu sein)

Kotomre mit gekochter Yam (und auch etwas Eggplant, um ehrlich zu sein)

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